KOMPETENZMANAGEMENT FRISTET MAUERBLÜMCHENDASEIN
Widersprüchliches haben das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) sowie die Managementberatung Mühlenhoff + Partner in Erfahrung gebracht.
Die Hälfte der im Rahmen einer Studie befragten Unternehmen erfasst die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte unregelmässig oder gar nicht. Gleichzeitig wird der Entwicklung des Humankapitals aber ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt, um definierte Unternehmensziele zu erreichen.
Die Auswertung der geführten Einzelinterviews mit 149 Personalverantwortlichen der 1. und 2. Führungsebene belegt, dass Unternehmen, obgleich sie oftmals den Bedarf eines systematischen Kompetenzmanagements erkennen, insbesondere mit der Umsetzung Probleme haben. Sie stützen sich häufig auf bewährte Instrumente der Personalarbeit, wie Leistungsbeurteilungen und Zielvereinbarungen, die überwiegend nicht geeignet sind, Kompetenzen zu erfassen.
Verschenktes Potenzial und vergeudete Ressourcen
Aus den Ergebnissen schliessen die Autoren der Studie, dass ein systematisches Kompetenzmanagement nur bei etwa der Hälfte der Unternehmen vorliegt. Insbesondere wenn es darum geht, den künftigen Qualifikationsbedarf rechtzeitig abzuschätzen und über mehr als ein Jahr im Voraus zu analysieren, tun sich viele Unternehmen schwer. Ausserdem verdeutlicht die Untersuchung, dass nur die wenigsten Unternehmen entsprechende Instrumentarien zur Kompetenzanalyse und -vermittlung implementiert haben. Je stärker aber der Wissenswettbewerb zu einem zentralen Erfolgsfaktor für die Unternehmen wird, desto langfristiger und systematischer sollte Kompetenzmanagement betrieben werden. "Wer die Kompetenzen seiner Mitarbeiter nicht kennt und dauerhaft fördert, verschenkt Potenzial und vergeudet Ressourcen," so Hartmut Buck vom Fraunhofer IAO.
Quelle: PERSONALmagazin (Ausgabe 6/2006; S. 12f)